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  • 12. November 2025
  • 5 Monaten

Absentismus und Präsentismus: Herausforderungen für Unternehmen

Isabella Michel

EAP Counsellor

Absentismus und Präsentismus sind zwei Phänomene, die auf den ersten Blick gegensätzlich wirken – das Fehlen von Mitarbeitenden auf der einen Seite und das Arbeiten trotz Krankheit auf der Anderen. Beide haben jedoch eines gemeinsam: Sie stellen Unternehmen wie Mitarbeitende vor erhebliche Herausforderungen. In diesem Artikel werden die Ursachen, Folgen und möglichen Lösungen für diese Phänomene am Arbeitsplatz untersucht.  

Präsentismus verstehen  

Unter Präsentismus versteht man das Phänomen, wenn ArbeitnehmerInnen ihrer Arbeit nachgehen trotz Krankheit. So entscheiden sich die Angestellten in dem Fall nicht zum Arzt zu gehen und weiterhin im Büro zu erscheinen oder auch zu Hause vom home office weiterzuarbeiten, wenn sie eine Krankschreibung haben. Was vorerst wie ein Gewinn wirkt, kann hohe Kosten für die Arbeitnehmer als auch die Firmen bzw. Arbeitgeber bürgen. Wenn man krank arbeitet, verringert sich die Produktivität, die Fehlerquote steigt, das Unfall- und Verletzungsrisiko erhöht sich und die Genesung wird verzögert, wodurch sich die Krankheit verlängert oder sogar verschlimmert. Zudem werden KollegInnen unnötigen Risiken ausgesetzt – sowohl der Ansteckung als auch Verletzungen durch vermeidbare Unfälle -, was die Produktivität zusätzlich mindert.  

Warum ist dieses Phänomen dann so weit verbreitet? Es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum sich MitarbeiterInnen entscheiden, ihrer Arbeit trotz Krankheit nachzugehen. Dies kann teilweise mit Erfolgsdruck zusammenhängen, aber auch mit der Angst vor Arbeitsverlust einhergehen. Ein weiterer Grund ist, dass Menschen ihrer Arbeit weiter nachgehen, wenn sie ihre Erkrankung unterschätzten. Psychotherapeutin Nora Dietrich wies außerdem auf die Folgen von Arbeiten im home office in einem workplaceoptions (WPO) Webinar zu dem Thema „Von Fehlzeiten zu Fürsorge: Eine neue Strategie für gesunde Organisationen “, hin. Sie erklärte, dass die Tatsache, zu Hause zu sein, viele Menschen davon abhält, sich krankzumelden – da sie bereits zu Hause sind, denken viele, sie könnten sich einfach zwischen den Aufgaben ausruhen und trotz ihrer Krankheit weiterarbeiten.  

Absentismus verstehen 

Gegenteilig dazu, definiert sich Absentismus im Arbeitskontext durch das Fehlen am Arbeitsplatz. Hier muss zwischen zwei Formen unterschieden werden: dem genehmigten Absentismus (Krankheit, außerordentliche Ereignisse) und dem unentschuldigten, oder auch freiwilligen Absentismus. Auch die Tendenz dazu ist vielschichtig. So erwähnt in dem bereits genannten Webinar, Nora Dietrich beispielsweise, dass psychische Erkrankungen inzwischen weniger stigmatisiert seien und ernster genommen werden. Die Generation sei diesbezüglich sensibilisierter als vorherige Generationen und nimmt daher mehr Krankheitstage für ihre psychische als für ihre physische Gesundheit in Anspruch. 

Die Kosten dieser Phänomene   

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) führt regelmäßig zu den Themen Absentismus und Präsentismus Arbeitszeitbefragungen durch, zuletzt 2023 mit 9657 ArbeitnehmerInnen [1]. Demnach fehlten ArbeitnehmerInnen durchschnittlich 12,3 Tage pro Jahr krankheitsbedingt, während sie trotz Krankheit an etwa sechs Tagen zur Arbeit erschienen. 

Für Unternehmen sind die Folgen erheblich: Laut einem Beitrag der ASU (Zeitschrift für medizinische Prävention) [2], gehen deutschen Arbeitgebern durch krankheitsbedingte Fehlzeiten ca. 90 Milliarden Euro verloren. Noch höher sind jedoch die Kosten von Präsentismus. Es wird hierbei von einem mindestens doppelt so hohen Verlust ausgegangen, manche gehen sogar von weitaus höheren Verlusten aus. Die Datenlage bleibt jedoch unkonkret, da das Phänomen schwer zu erfassen ist. 

Mitarbeiter bei Krankheit und Abwesenheit unterstützen 

Obwohl die Zahlen hoch erscheinen, gibt es Maßnahmen, die Führungskräfte ergreifen können, um Mitarbeitende während einer Erkrankung zu unterstützen und ihre vollständige Genesung zu fördern. In einem weiteren Webinar von WPO mit Psychotherapeutin Nora Dietrich und klinischer Psychologin Laura van Beuningen, besprachen die KollegInnen, wie Unternehmen ihre MitarbeiterInnen unterstützen können. So wies Laura van Beuningen daraufhin, dass „es nicht immer sichtbar ist, wie es Betroffenen geht und man miteinander sprechen sollte. Es braucht vielleicht mehr Flexibilität in der Stundenplangestaltung und bei Pausen “.  Dazu ergänzend erwähnte Nora Dietrich, dass wenn KollegInnen länger ausfallen, es hilfreich sein könne, vorab zu besprechen, was an die Person während dieser Zeit kommuniziert wird oder auch nicht, da es„extrem entlastend sein kann zu wissen, ich muss mich gerade nicht um meinen Job sorgen “.  

Auch bei Präsentismus ist der bewusste Umgang entscheidend. Hierbei sollte nicht kurzfristig auf die Mehrarbeit gesetzt werden, sondern Strategien zur Gesundheitsförderung etabliert werden und Arbeitsbelastungen realistisch eingeschätzt werden. Das kann MitarbeiterInnen dabei unterstützen, ihre Arbeit wahrzunehmen, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. [3] 

Um diese beiden Herausforderungen effektiv anzugehen, sind Investitionen in ganzheitliche Wellness-Dienstleistungen unerlässlich. Unter der richtigen Unterstützung können MitarbeiterInnen lernen, wie sie ihre Gesundheit schützen, sich während einer Krankheit um sich zu kümmern, ihre Genesung fördern und gesunde Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben setzen. Dazu bietet WPO mehrere Lösungen an.  

MitarbeiterInnen erhalten mit dem Wellness-Coaching eine personalisierte telefonische Unterstützung, um ihr Wohlbefinden sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause zu optimieren. Zertifizierte Coaches unterstützen die Mitarbeitenden dabei, nachhaltige Gewohnheiten in Bezug auf Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressbewältigung zu entwickeln, um ihre Gesundheit zu fördern und das Krankheitsrisiko zu senken.  

Zusätzlich erhalten Mitarbeitende durch die EAP-Beratung Zugang zu vertraulicher Unterstützung bei der Bewältigung emotionaler Herausforderungen wie Stress, Angstzuständen und Depressionen. In Zusammenarbeit mit PsychologInnen erlernen sie gesunde Bewältigungsstrategien, bauen Resilienz auf und stellen ihr emotionales Gleichgewicht wieder her. 

Mitarbeitende, die nach langer krankheitsbedingter Auszeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, erhalten weiterhin im Rahmen des Rehabilitationsprogramms “Return-to-Health and Work Program” (Rückkehr zu Gesundheit und Arbeit) von WPO eine erforderliche psychosoziale, körperliche und berufliche Unterstützung. Ziel ist die Wiederherstellung der Gesundheit, das Auffüllen der Energiereserven, die erfolgreiche Reintegration und die Reduzierung des Risikos einer erneuten Erkrankung.  

Letztendlich sind Fehlzeiten und Präsentismus zwei komplexe Herausforderungen, die umfassende Lösungen erfordern. Um diese Herausforderung zu meistern, ist ein proaktiver, ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der das körperliche, emotionale und berufliche Wohlbefinden der Mitarbeiter fördert. Unternehmen können ihre Mitarbeiter dazu befähigen, auf ihre Gesundheit zu achten, ihre eigene Genesung zu unterstützen, gesunde Grenzen zu wahren und sich sicher am Arbeitsplatz zu engagieren. Dies kann durch die Förderung einer Kultur der Fürsorge, Flexibilität und offenen Kommunikation erreicht werden. Investitionen in ganzheitliche Unterstützungen stellen sicher, dass die MitarbeiterInnen über die Werkzeuge und Fähigkeiten verfügen, um ihre Gesundheit zu schützen, Resilienz aufzubauen und sich weiterzuentwickeln. Dies führt zu gesünderen Mitarbeitern und einem stärkeren Arbeitsplatz. 

[1] Fassbender, L., Perleberg, M. & Meyer, S. (2025). Präsentismus und Absentismus – Verbreitung und Zusammenhänge mit ausgewählten Arbeitsbedingungen. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.baua: Bericht kompakt. 

[2] Amler, N, Docter, K & Schöffski, O. (2016): Präsentismus-ein unterschätzter Kostenfaktor. In: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin (ASU), Ausgabe 11/2016 

[3] Lechmann, D. S. J. & Schnabel, C. (o. D.). Präsentismus und Absentismus von Arbeitnehmern: zwei Seiten derselben Medaille? Wirtschaftsdienst. https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2019/heft/6/beitrag/praesentismus-und-absentismus-von-arbeitnehmern-zwei-seiten-derselben-medaille.html 

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