Mitglieder Login

Zu den Vorteilen der Mitglieder-Website gehören:
  • Zugriff auf Online-Artikel mit hilfreichen Informationen
  • Zugriff auf ein Online-Formular um einen Berater um Kontaktaufnahme zu bitten
  • Artikel aus den Bereichen Arbeitsleben, Wellness, Elternschaft, Management usw.

Customer Hub-Login

Zu Ihren Customer-Hub-Funktionen gehören:
  • Automatische Aktualisierung des Personalstands in UCMS
  • Fakturierung unter Berücksichtigung des aktiven Personalstands unter Ihrem Konto
  • Zugriff auf Fallberichte mit positiven und negativen Trends sowie Nutzungsdaten

Lokale Servicepartner

​Werden Sie ein lokaler WPO-Servicepartner

Lokale Servicepartner sind unabhängige EAPs, mit denen WPO strategische Beziehungen für die Bereitstellung globaler EAP-Dienste in Übereinstimmung mit den WPO-Modellen, -Prozessen und -Qualitätsstandards unterhält.

  • 12. Dezember 2024
  • 1 Jahr

Das Phänomen des Mobbings und Cybermobbings

Christelle Risi

Lange Zeit war das Konzept des „Sündenbocks“ oder der „Zielscheibe“ bekannt, bevor in den 1980er Jahren der Begriff „Mobbing“ in Europa auftauchte. Ein Schüler wird Opfer von Mobbing, wenn er wiederholt verbale, psychologische oder körperliche Gewalt von einem oder mehreren Mitschülern erfährt.

Diese Gewalt äußert sich beispielsweise in Beleidigungen, Hänseleien, Schikanen, dem Ausschluss aus einer Gruppe, Schubsen, Schlägen oder sogar Diebstahl.

Mit der Einführung des Internets in den 1990er Jahren und dem Aufstieg der sozialen Netzwerke entstand eine neue Form des Mobbings: das Cybermobbing. Dies wurde durch die Verbreitung von Mobiltelefonen zusätzlich verstärkt. Cybermobbing wird definiert als „eine absichtliche, aggressive Handlung, die von einer oder mehreren Personen mithilfe elektronischer Kommunikationsmittel ausgeführt wird“.

Mobbing und Cybermobbing haben gravierende Auswirkungen auf das Leben junger Menschen und ihrer Familien. Es handelt sich um ein ernstzunehmendes Problem der öffentlichen Gesundheit und eine Straftat, die in Deutschland strafrechtlich verfolgt wird.

Die Rolle der sozialen Netzwerke

Seit dem Aufstieg der sozialen Medien hat die Digitalisierung unsere sozialen Beziehungen grundlegend verändert. Einerseits hat sie die Kommunikation erleichtert, andererseits gibt es auch zahlreiche negative Auswirkungen auf die Qualität unserer zwischenmenschlichen Beziehungen. Besonders für junge Menschen bieten digitale Plattformen zwar die Möglichkeit, Einsamkeit zu überwinden, jedoch sind diese Bindungen oft flüchtig und können ebenso schnell verschwinden, wie sie entstehen – mit einem einzigen Klick.

Auf sozialen Netzwerken entstehen und zerbrechen Freundschaften oft auf unvorhersehbare Weise. Obwohl digitale Interaktionen theoretisch Nähe schaffen können, sind diese Verbindungen oft oberflächlich und instabil. Das macht besonders junge Menschen anfällig für die negativen Auswirkungen von Cybermobbing.

Im digitalen Raum verbreiten sich Informationen rasant und erreichen ein großes Publikum. Beleidigungen, Drohungen, Gerüchte oder die Verbreitung sensibler Inhalte führen bei Opfern häufig zu plötzlich auftretender, wiederholter und ungerechtfertigter Gewalt, die oft nicht einmal außerhalb der Schule endet. Es gibt keinen sicheren Ort mehr, an dem die Opfer Schutz finden können.

Darüber hinaus kann Cybermobbing durch Identitätsdiebstahl und das Hacken von Konten verstärkt werden. Täter verbreiten in solchen Fällen Inhalte im Namen ihrer Opfer, was zu aggressiven Reaktionen von Mitschülern führt.

Die rechtliche Situation in Deutschland

Aufgrund der steigenden Anzahl von Cybermobbing-Fällen, insbesondere bei sehr jungen Opfern, hat Deutschland Maßnahmen zur Bekämpfung von Mobbing und Cybermobbing verstärkt. Diese Taten gelten als Straftaten und werden strafrechtlich verfolgt.

Die Folgen von Cybermobbing

Cybermobbing betrifft besonders Jugendliche im Alter zwischen 11 und 13 Jahren. Laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2024 haben 15 % der Jugendlichen in Europa Cybermobbing erlebt – die Werte sind bei Jungen (15 %) und Mädchen (16 %) nahezu identisch.

Die Auswirkungen können langfristig und tiefgreifend sein:
Psychologisch: Isolation, geringes Selbstwertgefühl, Angst, Rückzug, Depression, suizidale Gedanken.
Physisch: Schlafstörungen, Bauchschmerzen, Essstörungen.
Schulisch: Fehlzeiten, Schulangst, Schulabbrüche.
Familiär: Gereiztheit, Aggressivität.

Die Nachwirkungen von Cybermobbing sind oft nicht linear. Posttraumatische Belastungsstörungen können Jahre später auftreten, selbst wenn das Mobbing aufgedeckt wurde. Opfer benötigen eine umfassende Unterstützung – institutionell, familiär und psychologisch –, um mit den Folgen umzugehen.

Prävention und Unterstützung

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die gegen Mobbing und Cybermobbing ergriffen werden können:
Das Schweigen brechen: Den Vorfall einem Erwachsenen anvertrauen, sei es einem Lehrer, einem Elternteil oder einem Freund.
Beweise sammeln: Screenshots der Nachrichten oder Beiträge machen, idealerweise von einem Gerichtsvollzieher beglaubigen lassen.
Netzwerkeinstellungen anpassen: Soziale Netzwerke bieten Meldefunktionen, die genutzt werden können, um schädliche Inhalte zu entfernen oder die Täter zu sperren.
Die Schule informieren: Gespräche mit der Schulleitung oder Schulsozialarbeit suchen.
Medizinische und psychologische Unterstützung: Ärzte und Psychologen können dabei helfen, die Folgen zu bewältigen, das Selbstwertgefühl zu stärken und traumatische Erlebnisse zu verarbeiten.

Gesellschaftliche Verantwortung

Wenn wir über die Prävention von Cybermobbing sprechen, müssen wir uns bewusst machen, dass dies nicht nur ein individuelles Problem ist, sondern ein gesellschaftliches. Die Bildung von jungen Menschen in sozialen Kompetenzen wie Empathie, Toleranz, Solidarität und Respekt sollte ein zentraler Bestandteil ihrer Entwicklung sein.

Die digitale Welt bietet viele Vorteile, birgt aber auch erhebliche Risiken. Um die Sicherheit und das Wohlbefinden junger Menschen zu gewährleisten, müssen wir gemeinsam daran arbeiten, sichere Räume im digitalen und realen Leben zu schaffen.

Zusammenhängende Posts

Ressourcen zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz

Entdecken Sie unsere Bibliothek mit Berichten und Einblicken in die Trends der Wohlfahrtsbranche.

Unlocking the power of tailored return-to-work programs at the TELUS Health Berlin Summit